Endlich wieder spielen, endlich wieder hören dürfen!
Es hätte kein passenderes Ereignis dafür geben können, als gerade dieses Jubiläumskonzert, mit welchem das 40-jährige Bestehen des Holzflötenensembles an der Emmauskirche gefeiert und gewürdigt wurde - ist dieses doch längst ein nicht mehr weg zu denkender Bestandteil der Gemeinde geworden!
Bei strahlend goldenem Herbstwetter reihte sich Gast auf Gast in die lange Schlange, um nach den notwendigen Formalien die große Kirche zu betreten, nach und nach zu füllen und mit Spannung und Vorfreude das anstehende Konzert zu erwarten. Es war eine sehr bewegende Vorstellung, dass in diesem Gotteshaus Emmaus ohne Unterbrechung 40 Jahre lang Flötenklänge lebendig waren und dass selbst auch während der Corona-Zeit ein spontan gebildetes Quartett durchgängig für die Mitgestaltung der Gottesdienste gesorgt hatte. Bewegend auch, dass wenige Tagen zuvor noch unbekannte MitspielerInnen aufgespürt werden konnten, die vor 40 Jahren - damals als sehr junge, engagierte Menschen - bereits im Altarraum musiziert hatten und jetzt als Hörer wieder dabei waren. In einer kurzen Rückschau wurde der Bogen zu den Anfängen des Ensembles geschlagen und der große Verdienst von Michael Elser herausgestellt: er hatte das Ensemble 1981 gegründet, das Instrumentarium erweitert und durch Fortbildung der MusikerInnen in Probenwochenenden und Seminaren mit hochqualifizierten Profi-BlockflötistInnen die Spielqualität stetig verbessert. So ist ein Ensemble entstanden, dessen Markenzeichen ein umfassendes Instrumentarium ist, ein Repertoire mit Werken aus 4 Jahrhunderten, welches durch das Zusammenspiel mit anderen Instrumenten immer wieder durch neue Nuancen bereichert wird. Das Jubiläumskonzert wurde von Kirsten Christmann und Martin Heidecker ausgerichtet, denen seit 2016 die künstlerische Leitung des Ensembles obliegt. Auf dem Programm standen Ensemble Werke u.a. von Prätorius, Purcell, Parsons. Andrea Beyer und Ruth Hunger brachten durch Duettspiel auf Renaissanceflöten neue Klangfarben in den Abend und das DirigentenDuo ließ mit virtuosen Stücken von Sören Sieg Wüstenimpressionen lebendig werden. Das Highlight des Abends war sicherlich das Oboenkonzert in d-moll von A. Marcello, in welchem Pfarrer In Jung hingebungsvoll den Solopart spielte. „ El Choclo“ - ein Tango von Vil-loldo - leitete schließlich beschwingt zu dem kleinen Sektumtrunk im Anschluss über, bei dem Gelegenheit war, sich entspannt auszutauschen und zu feiern. So gelang es dem Holzflötenensemble an diesem Abend wieder, trotz der langen Unterbrechung, sein Publikum auf den Flügeln der Musik freudvoll durch den Abend reisen zu lassen. Wie ein Motto, wie eine Überschrift in den Kirchenraum gehängt, wurden die Worte von Hr. Jung: „Ich erinnere mich daran, dass Gottes Volk vierzig Jahre durch die Wüste wanderte und Gott immer bei ihm war. Genauso lang wanderte unser Ensemble mit Gott, indem es immer Gott lobte und Menschen begeisterte!“
Möge es noch weitere Jahre und Jahrzehnte so sein! Heidi Eidloth